Digitalisierung verändert die Praxislandschaft


In der Schweiz gibt es immer mehr Ärztezentren, während für Einzelpraxen kaum Nachfolger zu finden sind. Das hat auch mit der Digitalisierung des Gesundheitswesens zu tun. Sie treibt diesen Strukturwandel voran.

Früher gab es den Hausarzt und das Spital. Ersterer war in seiner Arbeitsweise und Administration ein Einzelkämpfer. Letzteres war betrieblich organisiert, eine Institution mit für alle Mitarbeitenden geltenden Regeln und Abläufen. Diese duale Struktur wandelt sich fundamental. Immer häufiger schliessen sich ambulant tätige Ärzte zusammen und organisieren sich als Kleinbetrieb. Gemäss der Erhebung «Gesundheitswesen: Wachstumsmarkt unter Kostendruck» der Credit Suisse hat die Zahl der Ärztehäuser und Gruppenpraxen in der Schweiz innert drei Jahren um fast 20 Prozent zugenommen.

Digitalisierung treibt Strukturwandel voran

Ein Grund für diesen Trend sind die persönlichen Bedürfnisse der jungen Ärztinnen und Ärzte. Sie wollen Beruf und Privatleben besser unter einen Hut bringen als frühere Generationen. Im ambulanten Bereich arbeiten gemäss FMH-Ärztestatistik darum bereits 46% der Ärzte Teilzeit – Tendenz steigend.

Ein wichtiger Treiber des Strukturwandels in den Arztpraxen ist auch die Digitalisierung. Sowohl die Patienten als auch der Staat fordern von den Akteuren im Gesundheitswesen, den Schritt ins digitale Zeitalter zu vollziehen. Das elektronische Patientendossier wird Realität, immer mehr Prozesse zwischen Leistungserbringern werden digital abgewickelt.

Moderne Praxissoftware as a service ermöglicht es Ärzten, die Chancen der Digitalisierung einfach und kostengünstig zu nutzen. Sie bietet eine Vielzahl von Funktionalitäten, die auf eHealth ausgerichtet sind. Sie erlaubt es, die komplexen personellen und operativen Strukturen einer Praxisgemeinschaft abzubilden. Und sie unterstützt zeitgemässe Arbeitsmodelle (Stichworte: bring your own device; zeit- und ortsunabhängiges Arbeiten).

Ökonomische Kriterien ergänzen die medizinischen

Die tendenziell jüngeren Ärzte in Gruppenpraxen und Praxisketten nutzen die Möglichkeiten der Digitalisierung nicht zuletzt, um handfeste ökonomische Ziele zu erreichen. Mit einer Praxissoftware as as Service wird das IT-Infrastrukturbudget nur minimal belastet. Eine zeitgemässe Praxissoftware liefert zudem auf Knopfdruck Reportings zur Auslastung von Mitarbeitenden, Geräten und Räumen – und zwar standortübergreifend. Auf dieser Basis lässt sich ein Praxisbetrieb überhaupt erst effizient führen.

Genau darauf legen grössere Praxisbetrieben Wert. Sie verfügen nicht selten über einen eigenen CFO und CIO. Dadurch gewinnen ökonomische Kriterien neben medizinischen zunehmend an Bedeutung. Gemeinsam mit ihren Kunden entwickeln innovative Anbieter von Praxisinformationssystemen die entsprechenden Komponenten für ihre Produkte. Diese ermöglichen mehr Transparenz und Effizienz in den Praxen und legen den Grundstein für deren weiteres Wachstum.

Trend auch bei Physiotherapeuten

Neben den klassischen Hausarztpraxen biegen auch Physiotherapeuten auf den Weg in die Digitalisierung ein. Wo jahrzehntelang auf Papier dokumentiert wurde, gewinnt der Einsatz von IT zunehmend an Bedeutung. Bei der grössten Schweizer Physiotherapie-Kette bucht heute schon ein Drittel der Patienten seine Termine online. Neben mehr Convenience bringt die Digitalisierung aber auch mehr Qualität. Denn wer digitalisiert, der standardisiert immer auch. Eine lückenlose elektronische Dokumentation stellt Nachvollziehbarkeit und Vergleichbarkeit sicher. Das erlaubt Ärzten und Praxispersonal eine optimale Qualitätssicherung.

0 Kommentare

Hinterlasse ein Kommentar

An der Diskussion beteiligen?
Hinterlasse uns deinen Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.