Längere Aufbewahrungspflicht

Ab 2020 müssen Patientenakten von Personen mit Körperschäden und Todesfällen neu 20 Jahre aufbewahrt werden. Hier lesen Sie, was Sie dazu wissen müssen.

Nach bisher geltender Regel muss ein selbständig tätiger Arzt die Krankengeschichte eines Patienten während mindestens zehn Jahren nach Abschluss der letzten Behandlung aufbewahren. Ab nächstem Jahr gilt bei gewissen Patienten eine neue Regelung. Und zwar hat das Parlament die Verlängerung der absoluten Verjährungsfrist bei allen Körperschäden und Todesfällen auf 20 Jahre beschlossen. Diese Bestimmung tritt am 1. Januar 2020 in Kraft.

Ein Kompromiss mit Konsequenzen
Grund für die Anpassung sind Spätschäden, wie sie beispielsweise nach Asbestexposition auftreten. Zu kurze Verjährungsfristen verunmöglichten es in solchen Fällen bisweilen, Schadenersatz- und Genugtuungsansprüche gerichtlich durchzusetzen. Die ab 2020 gültige Regelung ist ein Kompromiss. Hatte der Entwurf des Bundesrats noch eine Verjährungsfrist von 30 Jahren vorgesehen, konnte die FMH in der Vernehmlassung und im Parlament eine Reduktion auf 20 Jahre erreichen.

Neu gilt, dass eine Krankengeschichte grundsätzlich nach wie vor nach zehn Jahren vernichtet werden kann, ausser es ist absehbar oder bereits klar, dass die Behandlung Gegenstand einer rechtlichen Auseinandersetzung wird. Da dies manchmal schwer im Voraus abschätzbar ist und es ergänzend zu den nationalen auch kantonale Vorgaben zu beachten gilt, empfiehlt die FMH die Aufbewahrung der Krankengeschichte während 20 Jahren. Den Entscheid über die Aufbewahrungsdauer fällt aber weiterhin der behandelnde Arzt oder die Ärztin.

curaMED sorgt für Überblick
Doch wie behalten Sie den Überblick dazu, wessen Krankengeschichte Sie 20 Jahre aufbewahren möchten? curaMED unterstützt Sie dabei. Bei den betreffenden Patienten hinterlegen Sie in der Krankengeschichte ganz einfach unter «Bemerkungen» die Bezeichnung «Archivierung 20 Jahre». Wünschen Sie eine Übersicht zu allen Patienten dieser Kategorie, dann können Sie sich in den «Auswertungen» diese Patientengruppe mit einem Klick anzeigen lassen. Ein Export als Excel-Liste ist selbstverständlich auch möglich.

Hier finden Sie eine Anleitung zur Erstellung von Patientengruppen:

curaMED_Archivierung_fuer_20_Jahre

Und dieser Beitrag in der Schweizerischen Ärztezeitung liefert noch mehr Details zum Thema.

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